Anhaltendes Wachstum und beeindruckende Leistungen: Elektrohandwerke im erfolgreichen Aufwind

Anhaltendes Wachstum und beeindruckende Leistungen: Elektrohandwerke im erfolgreichen Aufwind

Branchenkennzahlen des ZVEH belegen erneut erfolgreiches Jahr für die Elektrohandwerke

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie dem Ukraine-Krieg, Inflation und Lieferengpässen konnten die Elektrohandwerke beeindruckende Zuwächse verzeichnen. Sowohl der Umsatz als auch die Beschäftigtenzahl stiegen signifikant an und zeigen ein kontinuierliches Wachstum in der Branche. Besonders erfreulich ist der steigende Beschäftigungstrend, der die Attraktivität der Branche und den Mut der Unternehmen widerspiegelt, sich den Herausforderungen zu stellen und in neue Märkte hineinzuwachsen.
Steigender Umsatz um 12,7 Prozent

Im Jahr 2022 konnte der Umsatz der Elektrohandwerke von 72,2 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf beachtliche 81,4 Milliarden Euro ansteigen. Dies entspricht einem signifikanten Plus von 12,7 Prozent. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein Großteil dieses Wachstums auf die hohe Inflation zurückzuführen ist. Wenn man diesen Faktor herausrechnet, ergibt sich dennoch ein solider Zuwachs von etwa vier Prozent. Zusammen mit der gestiegenen Beschäftigtenzahl verdeutlicht dies eindrucksvoll, dass die Betriebe trotz der Inflationsbelastung weiterhin hervorragende Leistungen erbringen. Parallel zum Umsatzwachstum erhöhte sich auch der Umsatz pro Mitarbeiter. Von rund 140.000 Euro im Jahr 2021 stieg dieser Wert im vergangenen Jahr auf 154.308 Euro an, was einer Steigerung von 10,7 Prozent entspricht.

Anhaltendes Wachstum der Beschäftigtenzahl

Auch im Jahr 2022 verzeichneten die Elektrohandwerke einen weiteren Anstieg der Beschäftigtenzahl, und das trotz des zunehmenden Fachkräftemangels, der sich branchenübergreifend ausbreitet. Während im Jahr 2021 noch 518.176 Personen in elektrohandwerklichen Berufen tätig waren, stieg die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 527.354 an.

Rückläufige Anzahl von Betrieben, aber zunehmende Größe

Im gleichen Zeitraum ging jedoch die Anzahl der Elektrohandwerksbetriebe weiter zurück. Von 49.592 im Jahr 2021 sank die Zahl auf 48.614 im Jahr 2022, was einem Rückgang von 2 Prozent entspricht. Damit setzt sich der Trend zu größer werdenden Betrieben bei gleichzeitigem Rückgang der Gesamtzahl fort. Diese Entwicklung wird darauf zurückgeführt, dass größere Unternehmen erfolgreicher in der Diversifizierung ihrer Geschäftsfelder sind und dadurch besser und flexibler auf neue Märkte wie beispielsweise Photovoltaik oder E-Mobilität reagieren können.



Elektrotechnik auf Wachstumskurs

Wie bereits in den Vorjahren verzeichnete der Bereich Elektrotechnik auch im Jahr 2022 den größten Umsatzzuwachs. Hier stieg der Umsatz um beachtliche 14,4 Prozent von 63,2 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf 72,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Auch der Umsatz pro Mitarbeiter erhöhte sich von 135.303 Euro im Jahr 2021 auf 151.299 Euro im Jahr 2022. Zudem konnte die Elektrotechnik als einziges der drei Gewerke einen Zuwachs bei den Beschäftigten verzeichnen. Während im Jahr 2021 lediglich ein Anstieg von 0,6 Prozent auf 467.630 Mitarbeiter verzeichnet wurde, stieg die Zahl der Beschäftigten im Jahr 2022 um 2,2 Prozent auf 478.128 an. Gleichzeitig war die Anzahl der Unternehmen in diesem Bereich jedoch stärker rückläufig als im Vorjahr und lag mit 43.584 um 1,4 Prozent unter der Betriebszahl von 2021 (44.218).

Umsatzwachstum in der Informationstechnik bei reduziertem Personal

Auch im Bereich "Informationstechnik" konnten die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Hier wurde ein Plus von 1,2 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro verzeichnet (2021: 6,5 Mrd. Euro). Der Umsatz pro Kopf stieg um 4,1 Prozent auf 193.690 Euro an (2021: 186.015 Euro). Allerdings nahm sowohl die Anzahl der informationstechnischen Betriebe als auch die der Beschäftigten ab. Die Zahl der Betriebe verringerte sich um 6,9 Prozent auf 4.176, während die Beschäftigtenzahl von 35.144 im Jahr 2021 auf 34.176 im vergangenen Jahr zurückging.



EMA: Rückgang bei Betriebs- und Beschäftigtenzahl

Ähnlich wie in den anderen Gewerken konnten auch die Umsätze im Bereich "Elektromaschinenbau" leicht gesteigert werden. Hier betrug das Wachstum 1,2 Prozent auf nun 2,4 Milliarden Euro (2021: 2,39 Mrd. Euro). Der Umsatz pro Mitarbeiter stieg um 3,5 Prozent (2022: 160.512 Euro/Mitarbeiter; 2021: 155.153 Euro/Mitarbeiter). Wie bereits im Vorjahr und auch im Bereich "Informationstechnik" zu beobachten, waren sowohl die Anzahl der Betriebe als auch die der Beschäftigten rückläufig. Im Jahr 2022 waren noch 15.066 Mitarbeiter in diesem Bereich tätig, was einem Rückgang von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (15.402) entspricht. Die Zahl der Betriebe sank von 888 im Jahr 2021 auf 854 (- 3,8 Prozent).

Fazit: Wachstum trotz Herausforderungen

Die Branchenkennzahlen für das Jahr 2022 verdeutlichen eindrucksvoll, dass die Elektrohandwerke trotz schwieriger Rahmenbedingungen, wie dem Ukraine-Krieg, der Inflation und Lieferengpässen, weiterhin kontinuierlich wachsen. Besonders erfreulich ist der steigende Beschäftigungstrend, der sowohl die Attraktivität der Branche als auch den Mut der Unternehmen widerspiegelt, sich den Herausforderungen zu stellen und in neue Märkte hineinzuwachsen. Alexander Neuhäuser, Hauptgeschäftsführer des ZVEH, äußerte seinen Stolz über diese Entwicklungen und betonte die fortschreitende Bedeutung der Elektrohandwerke in der modernen Wirtschaft.