"Eine Software ist kein Schokoriegel!"

Terminal kriegt neuen Schwung – Jan Cromm erzählt, wieso …

Je einfacher eine Software zu nutzen ist, desto komplexer sind die Prozesse, die dahinter liegen – und umso besser muss sie erklärt werden! Entwickler, Strategen und das Marketing von Alexander Bürkle haben in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, die "User Experience" der Terminal-Software zu verbessern und ein mundgerechtes Marketing aufzubereiten.

AB-Redaktion: Wie kam die Idee zu Terminal eigentlich zustande?

Jan Cromm: Auf unserer Hausmesse, der electra, wurde 2010 von Ralf Glink und Matthias Heitz die Idee geboren und gleich mit Kunden besprochen. Und 2012 gab es dann eine erste Variante von Terminal: den KNX-Konfigurator. Als ich zu Alexander Bürkle kam, war ich sofort begeistert davon. Denn es ist einfach so: Wenn man als Außendienst in ein neues Gebiet kommt und man nur Schalter/Steckdosen liefern kann, dann gähnen ja alle nur … Terminal hat das Interesse geweckt, das war einfach ein Türöffner. Schon damals war das Thema Verbindlichkeit bzw. Dokumentation für Kunden sehr wichtig und deshalb war Terminal als reiner Pflichtenheft-Generator gedacht. Man konnte ein KNX-Projekt planen und hat auch schon ein Preis angezeigt bekommen, aber alles noch sehr einfach dargestellt. Nicht mit heute zu vergleichen. Es gab nur drei Hersteller. Terminal steckte quasi noch in den Kinderschuhen.

Was hat sich im Laufe der Zeit verändert?

Terminal kann inzwischen „abartige“ Dinge. Aber: je mehr Terminal kann, desto mehr müssen wir auch erklären. Ich vergleiche es immer mit einem neuen Schokoriegel. Wenn ich einen neuen Schokoriegel auf den Markt bringe, dann muss ich den Schokoriegel nicht erklären. Jeder weiß, was ein Schokoriegel ist. Trotzdem muss ich natürlich ein tolles Marketing machen, aber ich kann mich auf andere Dinge konzentrieren. Anders bei Terminal: es gibt nichts Vergleichbares. Das heißt, ich muss grundsätzlich erst mal erklären, was Terminal ist. Unsere große Herausforderung: mit einem auf erklärungsbedürftige Produkte zugeschnittenen B2B-Marketing den Kunden regelmäßig Terminal in Erinnerung zu rufen und zu zeigen, was es alles kann.

Die neue Botschaft lautet „Terminal heißt Auftrag holen“. Wie kam sie zustande?

In Gesprächen mit Kollegen kam immer wieder die Frage auf: Wie kann man Terminal auf den Punkt bringen? Ich persönlich verwende diesen Slogan schon sehr lange. Aber im Ursprung geht er auf einen Kunden zurück. Ich fand ihn einfach gut und habe ihn immer wieder, auch in Schulungen, verwendet. Was aber neu ist: wir haben ihn noch nie in der Kommunikation genutzt. Der Slogan kommt also von einem Nutzer selbst!

Das Feedback der Nutzer war Ihnen schon immer wichtig. Wie haben Sie Terminal dadurch weiterentwickelt?

Ja, unser Fokus war schon immer der Nutzer. Jeder Handwerker hat andere Prioritäten. Ein Nutzer möchte die Freiheit haben, beliebig den Hersteller, Systeme oder das Schalterproramm zu wechseln. Ein Beispiel: Standardtechnik war anfangs nie ein Thema für uns. Wir wollten Smart-Home-Technik pushen und einen Konfigurator bauen, am Anfang KNX. Aber unsere Kunden haben uns oft gesagt, dass sie die Planung in Standardtechnik machen und so wurde auch Standardtechnik integriert. Oder auch die Stromkreisverteilung, die wir mit dem neuen Release herausbringen, war ein mehrfach geäußerter Kundenwunsch.

Was hat es mit diesem Kundenwunsch auf sich und welche weiteren Meilensteine sind dieses Jahr geplant?

Die Verteilerplanung hatten wir früher nie im Fokus. Im ersten Gespräch ist es völlig egal, wie der Verteiler aussieht, welche Stromkreise da sind etc. Es geht erstmal darum, den Auftrag zu holen. Dennoch war diese Verteilerplanung immer im Fokus der Nutzer. Und jetzt haben wir es umgesetzt, wobei wir ganz klar sagen: Wir machen nur eine Vorplanung. Für eine richtige Verteilerplanung braucht man eine Software wie EPLAN, diese Produkte haben natürlich ihre Berechtigung und das wird Terminal nie können. Aber wir sind mit EPLAN in Verbindung, sodass eine Schnittstelle entstehen kann, damit die Vorplanung aus Terminal an EPLAN übergeben werden kann. Aber eben erst dann, wenn man den Auftrag in der Tasche hat und man in die Feinplanung gehen will. Das ist dann ein durchgehend digitaler Prozess. Terminal ist ganz klar am Anfang beim Akquise-Gespräch zu sehen, wir liefern Verbindlichkeit mit der Dokumentation und dem Preis. Und wenn der Kunde dann den Auftrag holt, dann hat Terminal seinen Job erledigt. Die einzige Aufgabe, die Terminal dann noch hat, ist das Projekt an die entsprechenden Anwendungen wie z. B. EPLAN oder an ein CAD-/ERP-System zu übergeben. Genau da sehen wir die Positionierung von Terminal.

Ein weiterer Meilenstein, der für Ende des Jahres geplant ist, ist die Vorplanung eines Mehrfamilienhauses. Auch das war ein Kundenwunsch und keine triviale Aufgabe. Dabei geht es um den Gesamtpreis für die Gesamtdokumentation. Im Projekt Mehrfamilienhaus wird es dann möglich sein, die unterschiedlichen Wohneinheiten unterschiedlich auszustatten. Der Käufer der Eigentumswohnung A entscheidet sich für die Oberfläche von Gira, der Käufer der Eigentumswohnung B für Busch Jaeger … einer will Standard, der nächste KNX … Jede Wohneinheit für sich wird separat planbar sein mit allen Features, die Terminal kann, und darüber hinaus wird alles in einen Gesamtprojekt „Mehrfamilienhaus“ zusammengefügt.

Was ist neu auf der Terminal-Seite?

Wir haben den Testzugang verbessert. Bisher gingen geplante Daten verloren. Wenn man sich jetzt per E-Mail registriert, kann man das Premium-Paket 30 Tage in vollem Umfang nutzen. Entscheidet man sich dann für Terminal, kann man alle Daten übernehmen. Man wählt dann noch einen Partner und die Projekte werden diesem zugeordnet. Jeder Partner hat sein eigenes Terminal. Das ist aus meiner Sicht rein technisch gesehen ein großer Nutzen für die neuen Websitebesucher.

Wieso sind neue Preismodelle notwendig geworden?

Wir haben festgestellt, dass neue Nutzer mit dem Basic-Paket starten. Das Basic-Paket ist
darauf ausgerichtet, dass man damit auf jeden Fall die Grundidee von „Auftrag holen, vorplanen und übergeben“ umsetzen kann. Außerdem haben wir festgestellt, dass die Nutzer dann, wenn sie eine Weile mit Terminal gearbeitet und einige Projekte gemacht haben, alles wollen und sich für das Premium-Paket entscheiden. Bisher gab es noch den Zwischenschritt „Pro“, aber das hat keinen Sinn mehr gemacht. Indem wir das ein oder andere „Pro“-Feature schon im Basic-Paket verfügbar machen, werten wir es auf und alles wird schlanker und übersichtlicher. Die Preismodelle orientieren sich jetzt mehr am Bedarf des Handwerks.

Wenn Sie in die Zukunft schauen: Terminal 2025 – was ist Ihr Ziel?

Es gibt bereits viele Ideen, was man aus der grafischen Oberfläche noch machen könnte. Wir haben bereits 2D und 3D, Ideen bis hin zur virtuellen Begehung stehen im Raum. Aber konkret ist es auch so, dass es eine Vorschrift gibt, die besagt, wenn ein Elektriker einen Neubau übergibt, muss er nicht nur einen Verteiler-, sondern auch einen Gebäudeplan abgeben, in dem die einzelnen Bauteile abgebildet sind. Denkbar wäre, direkt aus Terminal einen einfachen Gebäudeplan herauslassen zu können. Außerdem wäre denkbar, dass man eine allgemeine Schnittstelle zu CAD-Systemen wie REDCAD, DDS etc. hat. Mit der 2D/3D-Oberfläche haben wir dafür die Basis geschaffen. Unser Bestreben ist eine offene Schnittstelle zu den CAD-Herstellern, damit der Kunde seine eigene Software nutzen kann. Auch hier steht der Kunde wieder im Mittelpunkt.

Hier geht's zur neuen Terminal-Website.

Über Jan Cromm

Jan Cromm ist gelernter Fernmeldehandwerker (Bundespost) und war ab 1991 zunächst selbständig in der Elektronikentwicklung, der Netzwerktechnik und der Elektroinstallation. In dieser Zeit war er selbst Kunde bei Alexander Bürkle und hat so das Unternehmen kennengelernt. Als das Unternehmen vertrieblich ins Saarland vorgerückt ist, war Jan Cromms Interesse geweckt. Er verkaufte die Anteile an seiner Firma Ende 2011 und startete als Außendienst bei Alexander Bürkle. Später war er im Systemvertrieb für Terminal, digitalSTROM und free@home zuständig. Seit 2019 treibt er als Product Owner Terminal immer weiter voran.







Über Jan Cromm
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