Energiemanagement für Filialbetriebe

Wie Bäckerei Rutz dank dem Internet of Things ihre Energiekosten in den Blick und teure Lastspitzen im Griff bekommt

Gleichzeitig Heizen und Kühlen – das ist typisch für Bäckerei-Filialen. Da werden Brezeln aufgebacken, der Kuchen kühlgehalten, die Spülmaschine dampft heiß. Kommt dann noch die Klimaanlage zum Einsatz, schnellt der Energieverbrauch rasch in die Höhe. Tobias Knittel ist Geschäftsführer der Bäckerei Rutz in der Rhein-Neckar-Region. Er hat mit einer IIoT-Lösung von Alexander Bürkle sein Energiemanagement auf ein neues Level gebracht.

Herr Knittel, Sie nehmen schon seit mehreren Jahren Energieberatungen wahr, obwohl Sie dazu eigentlich nicht verpflichtet sind. Wieso?

Tobias Knittel: Weil wir unseren Geldbeutel schonen wollen – und die Umwelt! Als Bäckerei mit 25 Filialen haben wir grundsätzlich einen hohen Energieverbrauch. Unsere Öfen brauchen eine Menge Strom, das lässt sich nicht auf null reduzieren. Doch selbst wenn wir bloß drei oder vier Prozent einsparen können, haben wir wenigstens das getan, was in unserer Hand liegt. Immerhin: Energie ist unser drittgrößter Kostenblock, nach Personal und Rohstoffen.

Herr Knittel, Sie nehmen schon seit mehreren Jahren Energieberatungen wahr, obwohl Sie dazu eigentlich nicht verpflichtet sind. Wieso?
Herr Knittel, Sie nehmen schon seit mehreren Jahren Energieberatungen wahr, obwohl Sie dazu eigentlich nicht verpflichtet sind. Wieso?

Die Energieberatung allein hat Ihnen dann doch nicht gereicht: Sie setzen inzwischen zusätzlich auf ein IoT-System, mit dem Sie die Energiedaten Ihrer Filialen zentral aus im Blick behalten. Wie kam es dazu?

Tobias Knittel: Wir haben nach drei Energieberatungen gemerkt, dass diese zwar zunächst einen Aha-Effekt bewirkten – doch um ins Handeln zu kommen war es nicht genug. Überspitzt gesagt: Am Ende hältst du ein Zertifikat in der Hand, hast ein paar tausend Euro für die Energieberatung bezahlt, und das war’s.

Wir wollten aber ganz konkret wissen, was wir tun können, um Energie zu sparen. Dafür brauchten wir eine lösungsorientierte Beratung, welche unsere pragmatischen Gedankenansätze in Lösungen umsetzt. Das haben wir mit unserem Energiedienstleister besprochen – und der hat für uns den Kontakt zu Frank Schröder von Alexander Bürkle vermittelt. Herr Schröder hat dann eigens für uns ein IoT-System entwickelt, mit dem wir unsere Filialen aus der Ferne überwachen können.

Die Energieberatung allein hat Ihnen dann doch nicht gereicht: Sie setzen inzwischen zusätzlich auf ein IoT-System, mit dem Sie die Energiedaten Ihrer Filialen zentral aus im Blick behalten. Wie kam es dazu?
Die Energieberatung allein hat Ihnen dann doch nicht gereicht: Sie setzen inzwischen zusätzlich auf ein IoT-System, mit dem Sie die Energiedaten Ihrer Filialen zentral aus im Blick behalten. Wie kam es dazu?

Was sind die ersten Ergebnisse?

Tobias Knittel: Der erste große Aha-Effekt war, dass wir in den Morgenstunden enorme Energiespitzen haben: Frank Schröder konnte aufzeigen, dass unsere Lastspitzen hier bis auf 35 Kilowatt hochgehen. Das leuchtet auch sofort ein, wenn man unsere Abläufe betrachtet: Die erste Verkäuferin, die den Laden betritt, heizt alle Öfen hoch, damit sie die Brezeln und Brötchen aufbacken kann. Gleichzeitig bringt sie die Kühltheken auf Temperatur, und wenn es heiß wird, schaltet sie vielleicht auch noch die Klimaanlage an.
Der Haken ist ja: Meine Energierechnung bemisst sich am höchsten Energieverbrauch, selbst wenn der nur einmal für 15 Minuten im Jahr zustande kommt. Mit einer guten Planung könnten wir die Energiespitze auf bis zu 15 Kilowatt herunterschrauben.

„Gute Planung“ – was heißt das?

Zum Beispiel, die Öfen mit einem Nachtstartprogramm schon vorzuheizen. Das reduziert zwar nicht den Energieverbrauch an sich, aber die Energiespitzen.
Wir werden in den nächsten Wochen einige Tests machen. Zusammen mit Frank Schröder, dem Energieberater und unseren Technikern schauen wir uns an, was sich verändert, wenn wir dem Eco-Modus backen oder nicht, wenn die Spülmaschinenhauben längere Zeit offenstehen oder zubleiben, und so weiter.

Ist es für die Verkäuferinnen praktikabel, die Erkenntnisse umzusetzen?


Tobias Knittel: Nein, wir können die Verantwortung fürs Energiemanagement nicht vollends unseren Mitarbeiter*innen anlasten! Sie brauchen ihre Konzentration für das Alltagsgeschäft. Wenn sie sich jetzt auch noch darum kümmern müssten, dass dieser Schritt vor jenem stattfinden muss, wäre das sehr fehleranfällig. Das kennt man ja selbst: Wie schnell passiert es, dass über Nacht mal ein Licht an bleibt?
Wir werden deshalb zusammen mit Frank Schröder von Alexander Bürkle jetzt konkret über Zeitfunktionen, automatisierte Verriegelungen und ein aus der Ferne gesteuertes Energiemanagement abwägen. Ziel ist es, das Energiemanagement unserer Bäckerei-Filialen mit einer IoT-Lösung zentral steuern zu können.

Projekteinblick jetzt downloaden

Im Projekteinblick dokumentieren Experten von Alexander Bürkle smart industries für Sie laufende Projekte. Diese Ausgabe legt einen Fokus auf Filialbetriebe: Sie zeigt, wie die Bäckerei Rutz mit einer Kombination von SPS und IIoT ihr Energiemanagement für 25 Filialen nachhaltig optimiert. 

Entdecken Sie im Download konkrete Hintergründe zu den verwendeten Lösungskomponenten:

- Mit IIoT versteckte Energiekosten sichtbar machen (PDF)

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Ihre Ansprechpartner

Roman Bachofner

Applikationsmanager Automation
+49 761 5106-307

Frank Schröder

Field Application Engineer
+49 621 87985-55
Einblick ins IIoT-Forschungsprojekt im automatisierten Kleinteilelager bei Alexander Bürkle

Grundlage für IIoT geschaffen

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