Grundlage für IIoT geschaffen

Unser Pilotprojekt im automatischen Kleinteilelager

Aus dem Industrial Internet of Things (IIoT) ergeben sich neue Geschäftsfelder mit Zukunftspotential im produzierenden und industriellen Umfeld. Alexander Bürkle bringt entsprechende Lösungen und Innovationen voran – in engem Austausch mit Kunden und Partnern. Ein Pilotprojekt im eigenen Lager schuf die Grundlage dafür.

Der Beginn von IIoT bei Alexander Bürkle

Anfang des Jahres 2019 ist der Startschuss für „Industrial Internet of Things – IIoT“ bei Alexander Bürkle gefallen. Ein zusammengestelltes Spezialisten-Team aus den Bereichen Automatisierung, Business Development und Data Analytics hat sich der IIoT Thematik angenommen. Im Gegensatz zum Internet der Dinge – IoT, stehen bei IIoT nicht die Verbraucher und Anwender im Fokus, sondern industrielle Prozesse und Abläufe. Dadurch lassen sich z. B. Kosten in der Produktion senken oder auch die betriebliche Effizienz steigern.

Aus verschiedenen Workshops und Gesprächen mit namhaften Herstellern hat sich das Team eine eigene IIoT-Expertise aufgebaut. Die Ergebnisse der Workshops haben zum einen gezeigt, dass es bei IIoT notwendig ist, eigene Erfahrungen mit Komponenten und Cloudlösungen zu sammeln, zum anderen diese Erfahrungen in einem Pilotprojekt selbst auszutesten. Hierfür bot sich das automatische Kleinteilelager der Logistik von Alexander Bürkle in Freiburg optimal an, um die Expertise weiter aufzubauen und um zukünftig noch besser auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können.

Herausforderung: Ungeplanten Stillstand vermeiden

Bei den Antrieben an den Lagergängen kommt es in unregelmäßigen Abständen zum ungeplanten Stillstand, etwa wenn im Sommer die Temperaturen steigen oder eine ungleichmäßige Belastung der Lagergänge entsteht. Durch das unvorhergesehene Herunterfahren der Anlage können Bauteile beschädigt werden. Dies führt zu einer eingeschränkten Arbeitsleistung und die Neubeschaffung der Bauteile kann sich ggf. über eine längere Zeit hinziehen, was sich wiederum negativ auf die Lieferfähigkeit auswirken könnte.

Die Lösung: „Machine-Doctor“

Um das eigene IIoT-Know-how zu erweitern und ein Verständnis für die Kundenbedürfnisse zu entwickeln, wurde bereits im September 2019 mit dem Einbau verschiedener Komponenten (Gateway und Sensoren) im automatischen Kleinteilelager begonnen. Die Sensoren sammeln verschiedene Daten, die dann über das Gateway in eine Software-Einheit (Cloud-Plattform) übertragen werden. Erfasst werden in diesem Projekt unter anderem Temperatur-, Schwingungs- und Motorsensordaten.

Die Lösung: „Machine-Doctor“
Die Lösung: „Machine-Doctor“

Die Sensoren lösen bei Erreichen eines bestimmten Wertes einen Alarm aus und informieren den zuständigen Ansprechpartner in Form einer E-Mail oder SMS-Nachricht. Der Schwingungssensor misst die Vibration am Motor. Sobald die Vibration erhöhte Ausschläge anzeigt, steht möglicherweise eine Wartung bevor. Der Motorsensor bietet eine Vielzahl an Auswertungsmöglichkeiten. Im Pilotprojekt nutzt Alexander Bürkle die Bewegungs-, Licht- und Luftfeuchtigkeitsdaten, die zusammen mit den Schwingungs- und Temperaturdaten als „Machine-Doctor“ helfen, Probleme zu identifizieren. Durch die Sensordaten sind Veränderungen sofort festzustellen, sodass anfallende Wartungsarbeiten im Vorfeld erkannt und geplant durchgeführt werden können.

Alle beschriebenen Sensoren liefern die Daten in die Cloud-Plattform. Dort sind sie in Form unterschiedlicher Dashboards dargestellt. Für den Anwender bieten die Dashboards anhand von Grafiken und Diagrammen eine schnelle Übersicht über den Zustand der Maschine. Ebenso bietet die Cloud-Plattform Informationen über Bauteile, sowie Datenblätter und Handbücher.

Neben Daten, die die Sensoren auf die Plattform übertragen, sind auch bestehende Daten aus ERP- und Energiemanagement-Software mit integriert. Mithilfe der Daten ist z. B. eine Berechnung der Energiekosten pro Pick möglich. Somit führen die Messung, das Erfassen der Daten sowie das Zusammenführen der Daten zu einer fortlaufenden Überwachung der Maschine.

Kunden-Feedback als Entwicklungschance

Mit dem gewonnenen Wissen ist Alexander Bürkle mit seinen Kunden aus unterschiedlichen Branchen ins Gespräch gegangen. Die Gespräche wurden in Form von Workshops gestaltet, woraus wichtige Rückschlüsse erfolgten und sich verschiedenste Ansatzpunkte zum Thema IIoT ergeben haben.

Die folgenden Punkte wurden dabei als wesentlicher Kundennutzen erkannt:

  • Optimierung von Prozessen und Lieferketten

  • Vorausschauende Instandhaltung

  • Effizienterer Einsatz von Ressourcen

  • Realisierung neuer Geschäftsmodelle

Die Kundenbedürfnisse müssen jedoch individuell betrachtet werden, sodass jedes IIoT-Projekt einer kundenspezifischen Analyse und Projektierung bedarf. Das Kundeninteresse, ein individuelles IIoT-Projekt umzusetzen, war entsprechend groß, sodass konkrete Kunden-Pilotprojekte entstanden sind.

So geht’s weiter

Nach Schätzungen unterschiedlicher Marktforschungsunternehmen wird das Marktvolumen für den Bereich IIoT bis 2022 etwa 42 Milliarden Euro erzielen. Aus diesem Grund wird Alexander Bürkle IIoT-Lösungen weiter ausbauen und als Technologiedienstleister diese Innovation vorantreiben. Gut ein Jahr nachdem das IIoT-Team eine Grundlage geschaffen und Erfahrungen in Pilotprojekten gesammelt hat, ist Alexander Bürkle Ihr erster Ansprechpartner, um mit Ihnen eine optimale, für Sie abgestimmte Lösung zu erarbeiten

Frank Schröder

Field Application Engineer
+49 621 87985-55