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Kfz-Gewerbe und E-Handwerk kooperieren

Kfz-Gewerbe und E-Handwerk kooperieren

E-Mobilität

In Baden-Württemberg arbeiten das Kfz-Gewerbe und die E-Handwerke seit April daran, den Milliardenmarkt E-Mobilität gemeinsam zu bearbeiten.

„Zusammen sind wir stärker“, sagen Thomas Bürkle (Präsident des Fachverbandes Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg) und Michael Ziegler (Präsident des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg). Beide Gewerke sehen sich in einer starken Position, um den Kunden gemeinsam ganzheitliche Lösungen anbieten zu können. Bei der ersten gemeinsamen Konferenz in Stuttgart fiel Anfang April der Startschuss für die verstärkte Zusammenarbeit von E-Handwerk und Kfz-Gewerbe, rund 100 Innungsobermeister waren dabei.

„Ziel der Kooperation ist vor allem der Austausch der Innungen, den regionalen Vertretungen von Kfz und Elektro, zu fördern und gegenseitiges Verständnis zu schaffen,“ sagt Thomas Bürkle. „Um unseren Kunden erstklassige Leistungen und ganzheitliche Angebote aus einem Guss liefern zu können, müssen wir verstärkt kooperieren.“ Michael Ziegler verweist darauf, dass Fachbetriebe beider Gewerke bei der E-Mobilität die primären Ansprechpartner für Bürger sind: „Wir sind die Schnittstelle zum Kunden. Egal, ob ein E-Auto gekauft oder zu Hause die Ladeinfrastruktur aufgebaut werden soll, er oder sie kommt zuerst zu uns.“

Auch den Wettbewerb im Blick

Elektrohandwerk und Kfz-Gewerbe beobachten auch Autohersteller, die ihre E-Autos gleich mit Ladestation liefern. „Hersteller, die Wallboxen in E-Autos packen“, nennen die beiden Präsidenten den Vorstoß. Das Handwerk sieht technische Probleme: „Wenn in ein Mehrfamilienhaus sechs neue E-Autos kommen, können das sechs verschiedene Wallboxen sein“, sagt Thomas Bürkle. Das sei kein Weg zu einem effizienten Energieeinsatz. »Dies können wir im Interesse unserer Kunden besser.“

Auf die Effizienz kommt es aber an in einer Zeit, in der noch „viele Menschen glauben, der Strom kommt einfach so aus der Steckdose“ (Bürkle). Gewiss kommt der Strom aus der Steckdose – aber die nächste Frage lautet, wie er in die Dose hineinkommt. Stichworte sind hier PV-Anlagen auf dem Dach, Stromspeicher sowie ein Lademanagement, wenn an einem Ort mehr als ein E-Auto zu laden sind. Die Vertreter der Verbände sagen: „Unsere Handwerks- und Handelsbetriebe können in allen Fällen die besten Antworten geben.“

Arbeitsgruppen für den Austausch

Die Elektro- und die Kfz-Innungen im Land sollen dabei die Schlüsselrolle spielen, wenn Kooperationen in der Praxis umgesetzt werden. In Arbeitsgruppen wollen sich Vertreter beider Verbände vor allem über Neuigkeiten aus dem Themenfeld Elektromobilität austauschen und dadurch die Schnittstellen besser nutzen. Angekündigt wurde ein Online-Angebot, mit dem sich sowohl die Innungsfachbetriebe als auch Kundinnen und Kunden informieren und passende Installationsbetriebe finden können. Das Angebot wird Themen rund um die E-Mobilität und um die hauseigene Lade-Infrastruktur abbilden.

Quelle Foto: ProMotor/Volz